Projekt Kinderleben - Strassenkinder in Mae Sai

Grenzübergang wieder eröffnet 24.Juni 2001):
Nachdem der Grenzübergang zwischen Tachilek und Mae Sai wegen des Grenzkonfliktes mehr als 4 Monate geschlossen war, wurde er am Sonntag, den 24.Juni wieder eröffnet. Mehrere Zivilisten in beiden Städten waren damals durch Granatenangriffe umgekommen. Seitdem die Grenze wieder offen ist gibt es 12 neue Kinder im Projekt 12 neue Kinder innerhalb von nur wenigen Tagen ist eine große Herausforderung. Dementsprechend sind auch die Kosten explodiert.


Entwarnung nach dem ersten Schock:(18.Februar 2001)
Aus getrennten mails von Ann und Atom, dem japanischen Voluntär bei DEPDC, wissen wir inzwischen, dass die Strassenkinder und die Kinder bei DEPDC wohlauf sind. Selbstverständlich haben die Ereignisse Spuren hinterlassen, die Kinder sind traumatisiert und weinen besonders Nachts viel aus Sorge um ihre Familien auf der anderen Seite der Grenze in Burma. Pi Ngaow ist mit den Strassenkindern ins noch nicht fertig reparierte neu angemietete Haus gezogen, das im Gegensatz zum bisherigen Heim ca. 3 Km ausserhalb von Mae Sai liegt und damit ein bißchen weiter entfernt von der Schußlinie ist.
Zusätzlich zu den inzwischen 23 Kindern dient das Haus als Notunterkunft für Bewohner des Dorfes Patak, die Alle Flüchtlinge aus Burma sind und Shans, also jener Bevölkerungsgruppe angehören, die von der burmanesischen Diktatur schon lange brutal verfolgt wird und deren Widerstand mit den momentanen militärischen Aktionen vollens gebrochen werden soll. Im Moment herrscht relative Ruhe, es werden aber weiter Truppen und Waffen an der Grenze konzentriert , um bei weiteren Angriffen gewappnet zu sein.
Bei DFEPDC und im Haus bei Pi Ngaow ist man darauf vorbereitet, bei erneuter Gefahr die Kinder (hunderte) sofort wieder evakuieren zu können.
Anna bedauert, jetzt nicht in Mae Sai sein zu können, um den Kindern direkt zu Helfen, als Vater bin ich allerdings froh sie hier zu wissen.
Die dramatische Entwicklung belastet Pi Ngaow, Ann und Alle zusätzlich, die dünne Finanzdecke aus unseren Spenden schmilzt.
Gegen die kriegerischen Handlungen sind wir Hier machtlos, wir wollen aber versuchen
Pi Ngaow wenigstens bei den finanziellen Sorgen zu entlasten um ihm die ganze Kraft für die Kinder zu lassen, die jetzt besonders viel Hilfe brauchen.


Die Meldung vom 12.02.2001, die uns in Angst und Schrecken versetzte.
Mae Sai unter burmesischen Artelleriebeschuss, die Bewohner evakuiert-und wo bleiben die Strassenkinder? Sonntag Morgen
war Mae Sai unter burmesischem Atelleriebeschuss.3 Thais
starben, 15 wurden verletzt. Die ganze Stadt wurde evakuiert.
Doch was ist mit den Strassenkindern, fragen wir uns besorgt?
Wir konnten zu Ngaow und Ann noch keinen Kontakt aufnehmen
Wir wissen nicht wie es ihnen und den Kindern geht, ob auch sie, ohne thailändische Papiere zu besitzen, evakuiert wurden oder ob sie deswegen gar festgenommen wurden.
Die Grenze zu Burma wurde geschlossen, 1000 thailändische Soldaten und Helikopter sichern die Grenze. Die Spannungen zwischen der thailändischen Regierung und der burmesischen Diktatur sind größer als je zuvor. Die Strassenkinder unseres Projekts sind Akkha, eine ethnische Minderheit in Burma, die Verfolgungen durch das burmesische Regime ausgesetzt ist.
Und wie immer sind es Kinder, die zwischen die Fronten geraten. Die Kinder leben in unserem Projekt auf thailändischer Seite und sind jetzt von ihren Familien und denjenigen Strassenkindern abgeschnitten, die nicht bei uns, sondern in Burma, leben. In Burma gab es sehr viel mehr Tote, alle Bewohner in einem Umkreis von 40 km wurden ebenfalls evakuiert, die Lebensmittelpreise steigen rapide. Und das trifft die verfolgten, diskriminierten Akkha, die täglich um ihr Überleben kämpfen müssen besonders hart.