| Kinderleben -Eine Zukunft für Strassenkinder in Mae Sai | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Bericht von
Verena nach wenigen Tagen als Volontärin im Projekt (14.01.02) |
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Meine ersten Eindrücke aus Mae Sai.
Als ich Anfang Januar hier in Mae Sai ankam, wurde ich vom Childlifeteam sehr freundlich empfangen. Ngaow und Thai holten mich mit dem Pickup vom Busbahnhof ab, und im Haus selbst begrüßten mich die vielen Kinder mit fröhlichen 'sawat dee kah' -Rufen. |
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Childlifeteam
(von links) Ralph Verena Tai Aeh Ngaow Pok |
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| Im Büro war gerade
noch weiterer Besuch aus Deutschland, ein freischaffender Journalist, der
sich mit der Situation der Strassenkinder in Thailand beschäftigt und eventuell auch über Childlife berichten möchte. Der Schweizer Volontär Ralph führte uns durch das Haus und erklärte die Situation vor Ort. Ich war sehr überraschst, dass hier mit so wenigen Mitteln so gute und engagierte Arbeit geleistet wird. |
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| Um neben den vielen
lachenden Gesichtern der spielenden Kinder deren ursprüngliche Situation
nicht zu vergessen, zeigte uns Ralph die Bettelkinder an der Brücke. Viele der Kinder werden von ihren Familien zum Betteln oder Schmuggeln an die Grenze geschickt. Oft bleiben die Kinder dann über nacht auf der Strasse. Einige fangen an Klebstoff zu schnüffeln, was eine Realitäts- flucht ist, die sie teuer bezahlen müssen. Zudem ist dies der erste Einstieg in eine Drogenkarriere. Ohne Papiere und Ausbildung haben die Kinder keinerlei Chancen, eigenständig ihre Situation zu ändern. |
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Hier wird deutlich, wie wichtig Organisationen wie Childlife
hier vor Ort sind.
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| Um
mehr über die Herkunft der Kinder zu erfahren, sind wir in ein nahege- legenes Dorf der Akha gefahren. Die Dorfbewohner leben in kleinen ärmlichen Hütten, meist große Familien in nur einem Raum. Sie haben kaum Möglichkeiten, einer geregelten Arbeit nachzugehen, da sie keine Papiere und keine Bildung haben. Daher fühlen sich viele Eltern gezwungen, ihre Kinder zum Betteln, Schmuggeln oder auf die Müllhalde zu schicken. |
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| Durch mangelnde Hygienemassnahmen herrschen Infektionskrankheiten, denn die meisten der Strassenkinder waschen sich im Fluß, der nebenbei noch als Abwasserkanal genutzt wird. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Die Kinder im Childlifehaus
sind offensichtlich sehr dankbar, dass sich nun jemand ihrer Probleme annimmt.
Hier haben sie die Möglich- keit, über ihre Sorgen und Nöte zu sprechen. ......Hier dürfen sie wirklich 'Kind sein', spielen und herum toben. |
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| Allerdings
vergessen sie darüber auch nicht, ihre Pflichten einzuhalten. Gemeinsam
wird das Haus sauber- gehalten, Essen zubereitet und Geschirr gespült. Das Lernangebot in der Schule nehmen sie gerne an und sind sehr motiviert, neue Dinge zu lernen. Der Unterricht hier im Hause läuft gemäß den thailändischen Traditionen ab, wird aber durch viele spielerische Elemente aufgelockert, so dass die Kinder offensichtlich Freude daran haben. Langfristiges Ziel ist es jedoch, alle Kinder auf eine staatliche Schule schicken zu können. Die Persona- lsituation bei Childlife sieht gerade nicht sehr gut aus. Bevor ich ankam, kümmerten sich 3,5 Betreuer um die 42 Kinder. Vor allem wäre es wichtig, mehr thailändische Mitarbeiter heranzuziehen, die sich ohne sprachliche- oder kulturelle Differenzen um die Kinder kümmern können. |
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Am 11. Januar kamen
einige Geschäftsleute von Amway, einer Firma in Mae Sai und brachten Kleiderspenden für die Kinder. Mit großer Begeisterung wurden die dicken bunten Pullover anprobiert, stolz ausge-breitet und immer wieder neu zusammengelegt. Zum Dank sangen die Kinder einige neueinstudierte Lieder vor. |
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| Doch
es hatte sich für heute noch weiterer Besuch angekündigt: Ein Arzt aus Chiang Rai, Dr. Chaleamlap, hat selbst ein großzügiges Essen für die Kinder zubereitet und auf dem Hof einige Kochtöpfe aufgebaut und Frucht- säfte und Süßigkeiten bereitgelegt. |
Mit
großen Augen holten sich die Kinder ihre Portionen ab und nach dem reich- haltigen Mahl schafften manche kaum mehr den Nachtisch. Stolz zogen einige ihre T-Shirts hoch und präsentieren ihre prallgefüllten Bäuche. |
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Beide Besuche kündigten für
die Zukunft weitere Unterstützung an. Die Arbeit von Ngaow und seinem
Team wird hier geschätzt und anerkannt, eine solche Resonanz vor Ort
bedeutet gute Zukunftsaussichten für Childlife.
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| Am nächsten Tag
fand ein thailandweiter Kindertag statt. Am Morgen standen alle Kinder in ihren einheitlichen Childlife-T-Shirts, die sie zu Weihnachten bekommen haben, bereit zum Aufbruch. Für sie ist es eine schöne Abwechslung, solche Aktivitäten zu unternehmen. Fast alle vierzig Kinder wurden auf den pickup gepackt, ein unglaubliches Bild. Aber nichts ist unmöglich in Thailand. Der Rest wurde auf die beiden Motorräder verteilt und dann ging es los nach Mae Sai. |
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| Vor dem Districtoffice
waren viele bunte Stände und mehrere Bühnen aufgebaut. Geboten waren Tanz vorführungen, laute Musik und gratis Essen für die Kinder. |
Begeistert kletterten die Jungs auf den aufgestellten Panzer und spielten damit. |
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| Später ging es
dann weiter zum Baden an einen nahegelegenen See. Ohne das Auto wären
solche Ausflüge mit den Kindern kaum denkbar. Da die Kinder, die nicht auf die öffentliche Schule gehen, die meiste Zeit im Childlifehaus verbringen, halte ich es für sehr wichtig, ihnen Eindrücke von der Umgebung zu vermitteln und eine Abwechslung zum Leben im Haus zu bieten. |
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| Begeistert
sprangen die Kinder mit ihren Kleidern ins kalte Wasser und planschten solange, bis ihnen die Zähne klapperten Als alle einigermaßen trocken waren, fuhren wir weiter zum Affenberg. Dort kletterten wir bis zur Aussichts- plattform hinauf, und die Kinder beobachteten unterwegs die vielen Affen, die in den Bäumen herumtobten. Einer der Jungs wurde von einem Affen kräftig in den Hintern gezwickt, was zu allgemeiner Erheiterung führte. |
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| Im großen und ganzen ist es sehr erschreckend, wie hoch der Hilfsbedarf hier in Nordthailand ist. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Dörfer
im Einflußbereich staatlicher Instanzen verarmen sichtbar. Vor allem die
Kinder leiden unter dieser Entwicklung, wie bereits erwähnt, wandern sie
zunächst zum Betteln ab, in ahegelegene Städte wie Mae Sai. |
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| Die
Minderheit der Akha gelten für viele noch als der primitivster Berg- stamm, der schwierig zu entwickeln ist und fest an seinen Traditionen klebt. Beamten verstehen oft die ursprünglich hochent-wickelte Akha-kultur nicht, daher sind die Akha in großer Gefahr, ihre traditionellen Werte zu verlieren. |
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| Doch meist ziehen
sie dann weiter in größere Touristenzentren, wo sie Zuhältern
und Schleppern hilflos ausgeliefert sind. Hier versucht Childlife rechtzeitig einzugreifen um den Werdegang der Kinder umzuleiten und ihnen eine Zukunftsperspektive zu geben. Auf den Strassen von Mae Sai und in der weiteren Umgebung gibt es noch sehr viele hilfsbedürftige Kinder und Familien, doch momentan kann Childlife nicht mehr tun. Es fehlt weder an gutem Willen noch an Ideen, die Mitarbeiter hier sind sehr motiviert noch mehr Kindern zu helfen. Doch momentan können diese nicht mehr im Haus aufgenommen werden. Dafür fehlen noch die Mittel und vor allem das Personal. |
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Für die Zukunft wäre es schön, mit den nötigen Mitteln diese Basis der Humanität weiter auszubauen und somit den Wirkungskreis von Childlife zu erweitern . |
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