Kinderleben -Eine Zukunft für Strassenkinder
Partner von "RASMI" (Rural and Social Management Institute)
für das Projekt "Schule des Lebens"
Kindergeschichten: Cob, fünf Jahre


Aktuelle Entwicklung: Cob wurde von einer Hilfsorganisation aus
einer anderen Provinz zur Schule des Lebens gebracht. Beide Eltern
sind gestorben, als er gerade geboren war. Von seiner völlig über-
forderten achtzigjährigen Großmutter wurde er in einer Kiste ge-
halten. Dort lebte er wie ein Affe, entwickelte Symptome des
Hospitalismus, machte überall hin, hörte auf neugierig zu sein und
konnte sich nichts merken, weil es nichts zu merken gab. Auf der
Farm: ein einziger Auslauf. Cob rannte in der ersten Zeit überall
herum, versteckte sich hinter Bäumen oder Büschen, lugte hervor
und beobachtete die neue Welt. Allmählich kam er näher, wählte
Joy als neue Mutter und hing soviel an ihrem Rockschoß, dass die
gleichaltrige Leon, Joy´s eigene Tochter, erst lernen musste, nicht
eifersüchtig zu reagieren, sondern Cob wie alle anderen Kinder als
neue Geschwister anzuerkennen und ins Herz zu schließen. Nun
haben die Kleinen - Cob, Leon, Kik und Kuk, Joe und Non - einen
verschworene Gemeinschaft gegründet, die im Sandhaufen buddelt
und mit den Hunden herumtollt. Versuche, Cob mit Kik und Kuk

zusammen in den der Dorfschule angeschlossenen Kindergarten zu
schicken, scheiterten. Cob rannte dauernd weg und in die weite Welt
hinein. Da beschlossen die Erwachsenen, Cob erst einmal ein Jahr frei
zu geben. Als Cob sich sicher war, dass er nicht in den Kindergarten
musste, nahm er sich auf der Farm das Fahrrad von Yoon und schob
es tagelang hin und her, den Hügel hinauf und über die Wiese wieder
hinunter. Er studierte die Pedale, versuchte hinter das Geheimnis der
Balance zu kommen, war aber zu klein, um wirklich Fahrversuche zu
starten. Daraufhin wurden drei Kinderfahrräder angeschafft, drei,
damit nicht nur Cob seinen Chance bekam. Die nutze er. Inzwischen
saust er wie die wilde Jagd mit seinem Fahrrad über Stock und Stein.
Die Blessuren können ihn nicht schrecken. Cob entdeckt die Welt.
lee...r
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