Kinderleben -Eine Zukunft für Strassenkinder
Partner von "RASMI" (Rural and Social Management Institute)
für das Projekt "Schule des Lebens"
Kindergeschichten: Wararee "Wow" Yooyen, neun Jahre





Aktuelle Entwicklung: Wow kam von einer Straßenfamilie und lebte in
einem verlassenen Unterstand im Dschungel. Als sie auf der Farm eintraf,
war sie sehr nervös und hungrig. Jetzt hat sie genug zu essen und ist
ruhiger geworden. Früher, als sie aus dem Dschungel über einen großen
Berg wandern musste, um die Schule zu erreichen, kam sie oft zu spät und
schlief im Unterricht ein. Jetzt kommt sie ausgeschlafen an und ist zur
besten Schülerin ihrer Klasse geworden. In Thailand wird nach Buchstaben
benotet. "A" ist die beste, "F" die schlechteste Note. Wow hat die Gesamt-
note "A" erreicht.

Vorgeschichte: JENSEITS DER SIEBEN BERGE . Von ganz weit her seien
die Eltern gekommen. Über viele Berge seien sie gewandert. Die Mutter von
China her, und wo sie den Vater getroffen hätte, wisse sie auch nicht
mehr. Hier, in der Gegend von Pongkum, ist die Familie gestrandet. Es gibt
nicht nur Straßenkinder, sondern auch Straßenfamilien. Die Familie von Wow
lebt auf der Straße, sucht verlassene Schuppen zum Übernachten, besitzt
weder Ausweise noch eine Staatsangehörigkeit, gehört zur Kaste der
illegalen Migranten, lebt auf dem Sprung und mit der Angst, jederzeit ver-
jagt zu werden. Von einem Unterstand tief im Dschungel versuchte Wow
jeden Tag die Schule zu erreichen. Sie musste über einen großen Berg
wandern. Sie kam erschöpft an, wenn die anderen schon Unterricht hatten und schlief ein, während die anderen lernten. Wow's Mutter hörte von der
Schule des Lebens, kam mit Wow auf die Farm und bat dringlich darum, ihre
Tochter aufzunehmen und ihr eine gute Erziehung zu geben. Auf der Straße
sei sie als Mädchen besonderen Gefahren ausgesetzt. Wir sagten zu und
luden Mutter und Vater ein, den Kontakt zur Tochter so eng wie möglich zu
halten. "Zu Hause", auf der Straße, gab es 29 Tage lang nur etwas Reis,
mit Chili und Salz zubereitet. Wow hat oft gehungert. Jetzt isst sie für drei
und ist glücklich, hier zu sein. Was Wow am liebsten mag? Schweinefleisch,
knusprig gebrutzelt, und Thai-Gitarre spielen. Sie will einmal Musikerin
werden. Ziemlich sicher jedenfalls.
lee...r
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