Kinderleben -Eine Zukunft für Strassenkinder
Partner von "RASMI" für das Projekt "Schule des Lebens"

Rita Haberkorn: Nachlese zu meiner Herbstreise 2004

Die Schule des Lebens nach einem Jahr Entwicklungszeit
Die folgenden Fragmente meiner dichten Erfahrungen sind Eindrücke aus dem Leben mit den
Kindern und mit Joy, Teacherboy, Yothin, Ning und den anderen Erwachsenen auf der Farm.
Es sind Erfahrungen, die ich aufnehmen und mitnehmen konnte, die mich berühren
und mein Engagement für die Schule des Lebens speisen
Wiedererkennen und kennenlernen
Frohes Wiedersehen mit ‚alten Bekannten', freundlich
erhaltene Begrüßung mit jenen, für die ich noch fremd
war. Mit etwa der Hälfte der Kindergruppe ist es ein
erstes Kennenlernen. So bewegt sich denn auch das
Begrüßungsritual zunächst und formvollendet, weil wir
uns fremd sind, aus sicherer Distanz:
"Sawasdee kha,
my name is…,
nice to meet you".
Die Hände gefaltet, die Verbeugung angemessen und den Blickkontakt haltend - ich erwidere in gleicher Weise. Hin
und wieder wird
dieses Ritual in der Reihe der begrüßenden
Kinder von einer
spontanen Umarmung abgelöst, weil die Wiedersehensfreude mehr Spontaneität und Nähe für beide
zulässt.
Die Kinder können ja nicht wissen, mit welch schlechtem Namensgedächtnis ich ausgestattet bin und so
hoffe ich jedes Mal, dass sie nicht davon ausgehen, mit der
einmaligen Vorstellung ihrer Namen könnte ich sie auch gleich
korrekt ansprechen. Mein Zugang zu den Kindern muss lange
‚namenlos' gehen und es gelingt.
Die große Kindergruppe Die aktuelle Alterspyramide der Kinder auf der Farm:

24 Jungen und Mädchen zwischen 6 und 9 Jahren
16
Jungen und Mädchen zwischen 10 und 14 Jahren,
3 Jugendliche sind zwischen 16 und 18 Jahren


Vier dreijährige Kinder leben noch auf der kleinen Farm Hangdong, haben dort ein Elternpaar für
sich und werden auf das Leben in der Großgruppe auf der Farm vorbereitet. Waren es zu Beginn
vor allem Aids-Waisen, überwiegen heute deutlich die Kinder der Akha, Lisu und Lahu. 30 Kinder
gehören diesen Bergvölkern an und wurden aus den unterschiedlichsten Gründen auf die Farm
gebracht (vgl. Jürgen Zimmer: Ein Jahr ‚Schule des Lebens, Teil B, September 2004).

Kinder sprechen verschiedene Sprachen oder Dialekte, aber sie werden verstanden und machen
sich irgendwie verständlich. Auch wenn die Regelschule Thailands vielen Kindern einen Riegel
vorschiebt, weil sie die thailändische Sprache noch nicht beherrschen, auf der Farm lernen sie
Thai und vieles mehr, was sie für ihr neues Leben und eine bessere Zukunft brauchen.

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