Kinderleben
-Eine
Zukunft für Strassenkinder Partnervon
"RASMI"für
das Projekt "Schule des Lebens"
Rita Haberkorn: Nachlese zu meiner Herbstreise 2004 Die
Schule des Lebens nach einem Jahr Entwicklungszeit
Sich
zuordnen, einordnen, zueinander finden
Das
T-Shirt: Die große Gruppe ist überschaubar, wenn
alle Kinder ihre grünen School-for-Life-T-Shirts tragen
und wir schon dadurch außerhalb der Farm angenehm
auffallen, weil wir so viele und die Kinder einfach nett
und freundlich sind. Das Gefühl der Zusammengehörig-
keit gilt auch für die Betreuer, die nicht ohne Stolz auf
die wohlmeinenden Blicke der anderen reagieren. Es sind
die Kinder, es ist die Idee der School for Life und es ist
ihre wachsende Bekanntheit und Wertschätzung in der
Region. Eine Entwicklung, auf die alle zu Recht stolz
sind, das spiegeln die Erwachsenen den Kindern zurück-
Das
Prinzip der Größe: Wenn 45 Kinder zum Frühsport
antreten, stehen die Kleinen vorn, damit sie den erwachsenen Vorturner
sehen.
Die
älteren und die jüngeren Kinder: Beim sonntäglichen Wasserspaß
im Pool haben zunächst die jüngeren Kinder das
Terrain für sich, danach vergnügen sich die Großen.
Gewachsene
Beziehungen: Auf dem weitläufigen
Gelände
der Farm haben sie genügend Gelegenheit, sich in spontanen
Spiel- oder Freundschaftsgruppen zusammen zu finden. Es
entwickeln sich geschwisterliche Beziehungen wie etwa
zwischen Cob und Leon, die schon ein Jahr zusammenleben
und eben auch ihre ambivalenten Gefühle Dank der
emotionalen Absicherung leben können. Oder A-mee, Nai und
Pumpim, alle drei Mädchen in ihrer pubertären Metamorphose,
haben schon im letzten Jahr ihre Freundschaft begründet.
Die drei sieht man oft gemeinsam über die weitläufigen Wege der Farm flanieren,
sie helfen beim
Backen und Kochen und lernen von Sambae, dem sechzehnjährigen begnadeten
Masseur und
Tänzer, die Grundlagen der Thai-Massage. Aber sie nehmen auch neue Mädchen
in ihren Kreis
auf. Andere treffen sich - wenn es die Zeit zulässt - vor dem Fernseher,
sie verbindet hier
gleiches Interesse. Kinder
treffen sich zum Seilspringen, zum Spiel mit dem Rattanball oder zu
anderen sportlichen Aktivitäten. In der Schule des Lebens hat sich eine
Binnenstruktur ent-
wickelt, in der auf den ersten Blick noch nicht erkennbar ist, warum das
aufmerksame Mitein-
ander - in der Regel - so gut gelingt. Die freundliche, hilfsbereite Haltung
scheint typisch für
Thais, gleichwohl haben Joy und Teacherboy mit den Kindern Verabredungen
der besonderen
Fürsorge getroffen, die in kleinen altersgemischten Gruppen Geborgenheit
und Zugehörigkeit
möglich macht. Auf dem Weg zu den Schlafräumen am anderen Ende der Farm
kann ich
beobachten, wie beispielsweise der große Long mit seinen beiden Schützlingen
gemeinsam den
Weg geht. Ob er sie zu Bett bringt? Ich weiß es nicht. Die genauen Aufgaben
der Schutzengel
kenne ich nicht und ich weiß auch nicht, wie sie zustande kamen. Aber
ich erlebe, dass die
älteren Kinder liebevoll und aufmerksam sind und die jüngeren die älteren
anerkennen. Dies alles
scheint ohne große Anstrengung zu gelingen. Gleichwohl erlebe ich Situationen,
die auch für die
Betreuer/innen neu sind: körperliche Auseinandersetzungen, an denen vor
allem neue Jungen
beteiligt sind. Konflikte zu klären, zu moderieren, ist derzeit Thema
unter den Erwachsenen und
mit den Kindern.