Kinderleben -Eine Zukunft für Strassenkinder
Partner von "RASMI" (Rural and Social Management Institute)
für das Projekt "Schule des Lebens"
MEDITATION MIT KINDERN
Eines Tages kamen fünf buddhistische Mönche den Hügel heraus. Im Farmhaus versammelten sie
Kinder und Erwachsene. Ein Altar wurde aufgebaut, Kerzen wurden entzündet, Gebete
gesprochen und gesungen, die Meditation dauerte eine gute Weile. Meditation kann heißen:
unerfüllbare Wünsche loslassen. Die Seelen der verschwundenen und gestorbenen Eltern nicht
mehr festhalten. Das Kharma der Eltern verstehen. Ihren Seelen Frieden gewähren.
Als ein Mönch zu den Kindern darüber sprach, flossen Tränen. Die Erwachsenen umarmten die
Kinder und konnten ihre Bewegung nicht verbergen. Ein Junge, der lange geweint hatte, lachte
ein paar Stunden später wieder. Er fühlte sich besser, die Last auf seinen Schultern war ein
bisschen leichter geworden.
Einige Zeit später nahm ein Meditationslehrer, ein ehemaliger
Mönch den Faden wieder auf: Trauerarbeit durch Meditation.
Die Kinder: versunken, konzentriert, ausdauernd. "There are
reasons why we are here" steht über der Tür einer ihrer
Hütten. Sie kennen die Gründe, ihre Situation schweißt sie
zusammen. Die kleinen Wölfe des Anfangs verwandeln sich
langsam in eine verschworene Gemeinschaft.
Vier Tage Meditation und Unterweisung im Tempel Wat Umong.
Jeder Tag beginnt um vier Uhr früh mit Meditation und
buddhistischer Lehre:
Lebenskunde, Weisheiten und Werte.

Wanderungen in die Natur schließen sich an. Wie lernen Menschen, respektvoll mit der Natur zu
leben? Im Wat Umong stehen hohe, mächtige Bäume. Sie sind mit kleinen Tafeln versehen. Im
Wat Umong gibt es auch einen großen Teich. Dort schwimmen besonders dicke Fische. Sie sind
dort ausgesetzt worden, um die Sorgen von Menschen davon zu tragen. Von einer Brücke aus
kann man sie füttern. Die Fische mit großen Mäulern schnappen nach ihrem Futter. Ihre
Schwänze schlagen aufs Wasser. Dann wird es ruhig, die Sorgenträger schwimmen weg.

Weisheiten werden im Wat Umong an die Bäume geheftet,
Sorgen den Fischen überlassen. Die Mönche erklären die
Pflanzen, die Bäume, die Metarmorphose eines Baums in
einen Stein. Die Kinder lernen Konzentration und gelassenes
Verhalten. Die letzte Mahlzeit, so praktizieren es auch die
Mönche, gibt es mittags. Gegen halb zehn Uhr abends, nach
dem Gebet, schlafen alle, die Jungen im einen, die Mädchen
im anderen Haus.
Die Kinder kommen ein Stück gelassener in die Schule des Lebens zurück. Sie finden, es sei ein
schönes Erlebnis gewesen. Einige wollen später den Wat Umong ein zweites Mal besuchen.
Nicht vier, sondern vierzehn Tage lang.

"Buddhisten", sagt Professor Dr. Apichai Puntasen, dessen Buch über buddhistische Ökonomie in
Thailand dabei ist, zur Richtschnur von Fakultäten und Firmen zu werden, "verurteilen nicht, sie
benoten nicht, sie weisen keine Schuld zu, sie werten nicht ab. Vielmehr suchen sie Menschen
und Natur zu verstehen, und wenn sie sie verstanden haben, suchen sie nach einem Weg des
Friedens und der Glückseligkeit."
lee...r
.